New Work: Wenn Gebäude mitdenken

Was wäre, wenn nicht nur Menschen digital arbeiten, sondern auch Räume? Wenn Gebäude nicht nur Hülle sind, sondern aktiv auf Bedürfnisse reagieren? Und wenn genau diese Interaktion darüber entscheidet, wie effizient und nachhaltig wir in Zukunft arbeiten?
Genau hier setzt die zweite Säule von New Work an: Bytes. New Work stellt den Menschen und seine Arbeitsrealität in den Mittelpunkt und basiert auf drei Säulen – Bricks, Bytes und Behaviour. Nachdem wir im ersten Beitrag die räumliche Dimension betrachtet haben (Bricks), widmen wir uns nun den Technologien, die Zusammenarbeit ermöglichen und Gebäude selbst intelligent machen. Bei Bytes geht es nicht nur um Software-Tools für den Arbeitsalltag, sondern um digitale Infrastrukturen, die Räume aktiv mitgestalten.
Von digitalen Tools zu Smart Services
Digitale Zusammenarbeit endet nicht bei Videokonferenzen oder Cloud-Dokumenten. Wenn wir über Bytes sprechen, geht es um mehr als klassische Software-Tools, es geht um digitale Infrastrukturen, die Räume selbst intelligent machen. Sogenannte Smart Services verbinden Sensorik, Daten und digitale Schnittstellen so, dass Gebäude auf ihre Nutzenden reagieren können – etwa durch intelligente Raumbuchungssysteme, datenbasierte Optimierung von Flächennutzung oder personalisierbare Einstellungen für Licht und Raumklima. Auch Feedbacksysteme für Komfort oder Wartung gehören dazu. Der Raum wird damit nicht mehr statisch geplant, sondern dynamisch gesteuert. Er passt sich an, statt nur genutzt zu werden.
In der LiSS-Studie („Livable Smart Spaces“) wird genau dieser Ansatz untersucht. Sie zeigt, wie digitale Services Gebäude nutzerzentrierter, effizienter und nachhaltiger machen können – vorausgesetzt, Technologie wird konsequent vom Menschen aus gedacht.
Mensch und Gebäude im Dialog
Smart Services verändern die Interaktion zwischen Mensch und Gebäude. Arbeitsräume werden zu intelligenten Systemen, die Nutzungsmuster erkennen und Abläufe effizienter gestalten. Das bedeutet konkret: Räume werden nur dann beheizt oder beleuchtet, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Flächen lassen sich bedarfsgerecht planen und Wartungsbedarfe werden frühzeitig erkannt. Digitale Systeme schaffen Transparenz darüber, wie Räume verwendet werden und wo Optimierungspotenzial liegt.
Künstliche Intelligenz kann diese Prozesse unterstützen, indem sie Muster analysiert und Optimierungspotenziale sichtbar macht. Entscheidend bleibt jedoch, dass Technologie nutzerzentriert gestaltet wird. Smart ist ein Gebäude nur dann, wenn es dem Menschen dient, nicht umgekehrt.
Smart Services als Nachhaltigkeitshebel
Gerade im Kontext unserer Kooperation mit Nornorm wird deutlich: Flexible Möbel allein reichen nicht aus. Nachhaltige Arbeitswelten entstehen dort, wo physische und digitale Infrastruktur zusammengedacht werden. Auch die Büroausstattung selbst kann Teil dieser digitalen Infrastruktur werden. Nornorm nutzt beispielsweise KI-gestützte Prognosetools, um Veränderungen im Flächenbedarf frühzeitig zu erkennen und Arbeitsumgebungen entsprechend anzupassen. Digitale Plattformen ermöglichen zudem, den ökologischen Fußabdruck der Einrichtung transparent nachzuvollziehen.
Im Zentrum steht dabei ein zirkuläres Modell: Möbel werden als Service bereitgestellt, über ihre gesamte Lebensdauer genutzt, bei Bedarf aufgearbeitet und in anderen Büros erneut eingesetzt. Digitale Produktpässe machen Herkunft, Nutzung und Wartung transparent. So lassen sich Ressourcen länger im Kreislauf halten und CO₂-Emissionen deutlich reduzieren. Smart Services sind damit nicht nur ein Komfortgewinn, sondern ein wichtiger Hebel für nachhaltige Gebäude.
Bytes stehen im Rahmen von New Work demnach nicht nur für Tools, sondern für digitale Intelligenz im Raum. Wenn Gebäude mitdenken, entsteht eine Arbeitsumgebung, die flexibel, effizient und ressourcenschonend funktioniert. Im nächsten Beitrag unserer Themenreihe widmen wir uns der dritten Säule: Behaviour und damit der Frage, welche Haltung und Kultur es braucht, damit Räume und Technologie ihr Potenzial wirklich entfalten können.
In unserem ersten Beitrag der Themenreihe „New Work” geht es um die erste Säule Bricks, also die Räume, in denen wir arbeiten.


