New Work: Eine Frage der Kultur

New Work wird oft mit schicken Büros, digitalen Tools und einem Obstkorb verwechselt. Doch Räume und Technologien entfalten ihre Wirkung nur, wenn auch die Kultur dahinter stimmt. Genau deshalb widmet sich dieser Beitrag der dritten Säule von New Work: Behaviour.
In den ersten beiden Teilen unserer New-Work-Themenreihe haben wir gezeigt, wie Arbeitsräume (Bricks) und digitale Infrastrukturen (Bytes) gestaltet werden können, um flexibles und nachhaltiges Arbeiten zu ermöglichen. Doch selbst das durchdachteste Raumkonzept und die intelligenteste Gebäudetechnik bleiben wirkungslos, wenn die Art der Zusammenarbeit nicht dazu passt. Insbesondere für größere Organisationen stellt sich daher eine zentrale Frage: Wie beeinflussen Arbeitsumgebungen unser Verhalten und wie bewusst gestalten wir diese Wechselwirkung?
Warum Behaviour für New Work entscheidend ist
Behaviour beschreibt die Art und Weise, wie Menschen in Organisationen zusammenarbeiten. Es umfasst Werte, Kommunikation, Entscheidungswege, Verantwortungsübernahme und die Fähigkeit, sich flexibel an neue Situationen anzupassen. Die erhöhte Flexibilität verlangt ein hohes Maß an Selbstmanagement und Selbstdisziplin. New Work funktioniert nur, wenn Vertrauen stärker ist als Kontrolle, Rollen klar definiert sind und Verantwortung tatsächlich übernommen wird. Flexibilität braucht Struktur, sonst entsteht Unsicherheit statt Freiheit.
Arbeitsumgebungen sind nie neutral. Sie beeinflussen, wie wir kommunizieren, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Offene Flächen fördern Austausch, Rückzugsräume ermöglichen Fokus und digitale Buchungssysteme schaffen Transparenz. Räume setzen damit implizite Regeln. Sie können Vertrauen stärken oder Kontrolle signalisieren. Gerade für größere Organisationen ist diese Wechselwirkung entscheidend, denn mit wachsender Komplexität steigt die Bedeutung klarer Strukturen und bewusster Gestaltung.
Wie Räume Verhalten prägen
Behaviour zeigt sich besonders deutlich in der Frage: Wer entscheidet eigentlich über Arbeitsumgebungen? Wer wird einbezogen, wenn Möbel angeschafft werden? Wer definiert Bedarfe? Wer gestaltet Prozesse mit? Partizipation wirkt über die Einrichtung hinaus. Sie signalisiert Vertrauen, stärkt Eigenverantwortung und fördert Identifikation. Die Frage „Wer braucht was?“ ist daher nicht nur organisatorisch, sondern kulturell. Ein Beispiel dafür, wie Behaviour ganz praktisch wirkt, liefert auch unsere Kooperation mit Nornorm. Nicht nur, weil dort Möbel flexibel und ressourcenschonend bereitgestellt werden, sondern weil auch der Raumgestaltungsprozess selbst partizipativ angelegt ist.
Nornorm arbeitet gemeinsam mit Nutzer*innen daran, Arbeitszonen zu identifizieren, die zu tatsächlichen Tätigkeiten und Bedürfnissen passen. So entstehen unterschiedliche Räume für verschiedene Arbeitsformen – vom konzentrierten Arbeitsplatz bis zu Bereichen für informellen Austausch oder entspannteres Arbeiten. Mitarbeitende sind dadurch nicht mehr ausschließlich an ihren Schreibtisch gebunden, sondern können je nach Aufgabe den passenden Ort wählen. In Zeiten von Homeoffice können solche Freiräume dazu beitragen, das Büro wieder attraktiver zu machen und Austausch sowie Teamkultur zu stärken. So entstehen nicht nur passende Räume, sondern auch Verhaltensspielräume: Mitarbeitende werden in Entscheidungen einbezogen, übernehmen Verantwortung für ihre Arbeitsumgebung und prägen die Zusammenarbeit aktiv mit.
Behaviour als Brücke zwischen Bricks und Bytes
Behaviour ist damit das verbindende Element zwischen Raum und Technologie. Flexible Möbel entfalten ihre Wirkung nur, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung für ihre Nutzung zu übernehmen. Smarte Services funktionieren nur, wenn Transparenz akzeptiert und Daten vertrauensvoll eingesetzt werden. Kultur entscheidet, ob Flexibilität als Chance oder als Belastung wahrgenommen wird, ob Selbstorganisation gelingt oder Überforderung entsteht und ob Investitionen in Räume und digitale Infrastruktur tatsächlich zu produktiver, nachhaltiger Zusammenarbeit führen. Kurz: Bricks schaffen den Rahmen, Bytes ermöglichen die Struktur und Behaviour entscheidet, ob beides wirkt.
Wer jetzt neu in die Themenreihe „New Work” einsteigt: Die ersten beiden Beiträge zu Bricks und Bytes könnt ihr jederzeit hier nachlesen – und so das komplette New-Work-Bild vervollständigen.


